Oberstufe

Die Oberstufe, also ab der 9. Klasse, ist davon geprägt, das eigene Lernen, das eigene Forschen in den Mittelpunkt zu stellen. Die Schüler/innen treffen auf Lehrkräfte, die für das jeweilige Fach eine spezielle Ausbildung, z.B. ein Studium, absolviert haben. Entsprechend werden zunehmend so genannte wissenschaftspropädeutische, also vor-wissenschaftliche Herangehensweisen vermittelt. Das Lernen, das Nach-Antworten-Suchen wird einerseits kleinräumiger und intensiver, um damit andererseits phänomenologisch das Große, Ganze umso fundierter begreifen zu können.

Ich schaue in die Welt“, dieser Auftakt des Morgenspruches wird ab der 9. Klasse sogar in der Weise „Ich gehe in die Welt“ umgesetzt, denn mit der Oberstufe beginnen auch die verschiedenen Praktika; ihnen widmet sich diese Festschrift in einem eigenständigen Kapitel. Immer mehr wird deutlich: Mit der Oberstufe endet nicht etwa die Lern-Karriere oder die (Lebens-) Bildung, sondern vielmehr wird in den oberen Klassen endgültig das Rüstzeug erworben, um dann später selbst beherzt zugreifen und gestalten zu können.

Die Schülerinnen und Schüler stellen in der Oberstufe ihre Fähigkeiten und Kenntnisse auch zunehmend öffentlich unter Beweis: von den schon genannten Praktika über die Schulabschlüsse (i.d.R. der Mittlere Schulabschluss in der 11. Klasse, ggf. nachfolgend das Abitur in der 13. Klasse) bis hin zu den wesentlichen Bestandteilen des Waldorfabschlusses der 12. Klasse, d.h. die Theater- und Eurythmie-Aufführungen, die Jahresarbeiten, die Kunstreise und das Sozialpraktikum. Es tritt in den Jugendlichen und Jungerwachsenen zutage, was bereits angelegt war, was zusätzlich angelegt wurde und was sich immer mehr als Schwerpunkte des eigenen Lebens herauskristallisiert – und dies alles bestenfalls gut begleitet durch wechselweise hilfreich-stützende und zuweilen auch herausfordernde Lehrerinnen und Lehrer.